Schmerzensgeld bei Schleudertrauma

Nach einem Verkehrsunfall kann es zur Auszahlung eines Schmerzensgeldes bei einem Schleudertrauma kommen. Je nach Ausmaß des Schleudertraumas (auch bekannt als HWS-Syndrom) steht dem Geschädigten ein Schmerzensgeld zu.

Bei der Höhe des Schmerzensgeldes ist keine Tabelle maßgeblich. Die Berechnung von Schmerzensgeld anhand einer Tabelle verbietet sich in Deutschland, auch wenn sog. Schmerzensgeldtabellen existieren. Diese Schmerzensgeldtabellen sind eine Zusammenstellung von Gerichtsurteilen, in denen Schmerzensgeld zugesprochen wurde. Diese Schmerzensgeldtabellen dienen höchstens als Richtwert. Für die korrekte Berechnung kommt es immer auf den Einzelfall an.

Für die Berechnung des korrekten Schmerzensgeldes kann der Geschädigte seinen Beitrag leisten, wenn dieser sich in medizinische Behandlung begibt, sofern diese auch notwendig ist und seinen Schmerz-, Behandlungs- und Heilungsverlauf penibel dokumentiert.

Diese Dokumentation ist wie ein Tagebuch, in dem täglich notiert wird, wie sich der Unfallgeschädigte fühlt, welche Medikamente eingenommen und welche Behandlungen durchgeführt wurden. Die Dokumentation wird bis zum Abklingen der Schmerzen und Behandlung durchgeführt, damit der Nachweis erbracht wird, bis wann die Schmerzen, Behandlungen etc. angedauert haben.

Wichtiger Hinweis:

Bei körperlichen Beschwerden nach einem Verkehrsunfall ist nicht lediglich ein Schmerzensgeld zu beachten. Sehr viel wichtiger ist, dass Sie für die Zukunft geschützt sind, sollten sich in einigen Jahren Spätfolgen zeigen.

Sollten Sie keinen geeigneten Maßnahmen ergriffen haben, kann die gegnerische Versicherung und der Unfallgegner sich auf die Einrede der Verjährung berufen. Die Verjährung von sämtlichen Ansprüchen tritt nach 3 Jahren nach dem Verkehrsunfall ein.

Wenn Sie über Versicherungsschutz in einer privaten Krankenversicherung verfügen, sind Sie dazu verpflichtet, geeignete Maßnahmen zum Erhalt und Sicherung der Schadenersatzansprüche durchzuführen. Unterlassen Sie diese Maßnahmen, kann Ihre private Krankenversicherung die Zahlungen und Leistung gemäß § 86 Abs. 2 VVG verweigern.