Gegnerische Versicherung will nicht zahlen

Wenn die gegnerische Versicherung nicht zahlen will, kann das ganz unterschiedliche Gründe haben.

Es ist wichtig zu verstehen, wie eine Kfz-Haftpflichtversicherung arbeitet, um zu beurteilen, warum die gegnerische Versicherung nicht oder noch nicht gezahlt hat.

Eine Kfz-Haftpflichtversicherung hat die Aufgabe, berechtigte Schadenersatzansprüche zu regulieren und unberechtigte Schadenersatzansprüche abzuwehren.

Um die Entscheidung zu treffen, ob die geltend gemachten Schadenersatzansprüche berechtigt oder unberechtigt sind, benötigt die Kfz-Haftpflichtversicherung umfassende Informationen. Die Kfz-Haftpflichtversicherung war nicht am Unfall beteiligt und kann nur aus den ihr überlassenen Informationen die Haftungslage beurteilen.

Zur Informationserlangung sendet die Kfz-Haftpflichtversicherung einen Fragebogen an ihren Versicherungsnehmer und bittet um Unfallaufklärung. Solange die erforderlichen Informationen nicht bei der Kfz-Haftpflichtversicherung eingegangen sind, kann diese die Haftungslage nicht beurteilen und wird voraussichtlich noch kein Schadenersatz auszahlen.

Daneben wird zur Beurteilung der Haftungslage oft die amtliche Ermittlungsakte angefordert und ausgewertet, wenn der Verkehrsunfall durch die Polizei aufgenommen wurde. Die Versendung der Ermittlungsakte kann bereits mehrere Wochen in Anspruch nehmen.

Unfallgeschädigte sind dem nicht schutzlos ausgeliefert. Die Gerichte nehmen mittlerweile eine Prüf- und Regulierungsfrist der Kfz-Haftpflichtversicherung von ca. 4 Wochen an. Nach Ablauf kann der Unfallgeschädigte Klage erheben, ohne wegen einer verfrühten Klage auf Gerichts- und Rechtsanwaltskosten sitzen zu bleiben.

Tipp:

Wenn die gegnerische Versicherung nicht zahlt und Sie mit immer neuen Begründungen vertröstet, sollten Sie sich beraten lassen, wie Sie die Auszahlung bei der gegnerischen Versicherung beschleunigen können.