Fahrerflucht nicht bemerkt

Wenn sie die Fahrerflucht nicht bemerkt haben, dann haben sie sich theoretisch keiner Fahrerflucht schuldig und strafbar gemacht.

Praktisch wird diese Argumentation sehr häufig als Schutzbehauptung vorangestellt. Sie sollten sich nicht alleine darauf verlassen, das Polizei, Staatsanwaltschaft und Gerichte Ihnen Glauben schenken werden.

Sie sollten dringend eigene Maßnahmen ergreifen, um sich zu schützen.

Kein vorsätzliches Entfernen von einem Unfallort.

Wenn sie die Fahrerflucht nicht bemerkt haben, dann können Sie sich nicht bewusst von einem Unfallort entfernen.

Das Gesetz stellt nur unter Strafe, wenn Sie einen Unfall bemerkt haben und sich trotzdem als Unfallbeteiligter von einem Unfallort entfernt haben. Sollten Sie einen Unfall nicht bemerkt haben, dann können Sie sich auch nicht strafbar von einem Unfallort entfernen. Juristisch wäre das nicht vorsätzliches Handeln.

Parkrempler nicht bemerkt.

Beim Ein- oder Ausparken soll ein anderes Fahrzeug beschädigt worden sein. Sehr häufig können diese vermeintlichen Bagatellschäden ein erhebliches Ausmaß annehmen und dazu führen, dass den Betroffenen die Fahrerlaubnis entzogen wird und das nicht selten für insgesamt 12 Monate.

Für Sie ist es in diesen Fällen umso wichtiger, einen Parkrempler nicht als Bagatelle abzustellen und schnell Maßnahmen zu ergreifen, um sich und Ihren Führerschein zu schützen.

Die erste richtige Maßnahme ist z.B. sofort ein Erstberatungsgespräch zu vereinbaren, damit Ihnen erläutert werden kann, was Sie jetzt tun oder nicht tun sollten, um sich nicht selbst zu schaden.

Diese Beweise unterstützen Ihre Aussage.

Wenn sie einen Unfall nicht bemerkt haben, dann sollten Sie sich sofort um die Sicherung von Beweisen bemühen, die ihrer Behauptung belegen.

In der Praxis wird zum Beispiel bei Parkschäden untersucht und ermittelt, ob eine Kollision zwischen den Fahrzeugen visuell, taktil und akustisch wahrnehmbar war. Diese Anhaltspunkte sind Indizien, um festzustellen, ob sich der Täter vorsätzlich von einem Unfallort entfernt hat.

Für Sie bedeutet das, dass diese Indizien auch von Ihnen genutzt werden können, um ihre Unschuld zu beweisen.

Durch Sachverständigengutachten kann rekonstruiert werden, ob eine Kollision zwischen Fahrzeugen visuell, taktil und akustisch wahrnehmbar waren. Sie sollten diese Beweise sofort sichern, damit diese nicht verloren gehen. Unter Umständen kann ein solches Gutachten von Ihrer Rechtsschutzversicherung übernommen werden. Informieren Sie sich hierzu bei Ihrer Rechtsschutzversicherung.

Rechtsanwalt Benjamin Frank

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