Ein Interview mit dem Gründer Benjamin Frank über die Mission, die Geschichte, die Werte und die Vision dieser Kanzlei.

 

Die Mission

Ich weiß, dass klingt nicht poetisch.

Möchten Sie meine politisch korrekte Antwort darauf haben oder meine ehrliche Antwort? Meine politische Antwort ist stumpf: Wir verhelfen unseren Mandanten zu deren Recht.

Meine ehrliche Antwort ist: Wir sorgen dafür, dass unsere Mandanten das Geld bekommen, was ihnen zusteht. Und keinen Cent weniger. Ich sorge dafür, dass Mandanten ihren Führerschein nicht verlieren. Ich sorge dafür, dass Mandanten nur dann bestraft werden, wenn das auch zweifelsfrei nachgewiesen ist.

Ich weiß, dass klingt nicht poetisch. Aber das ist es, was ich jeden Tag tue. Und Ich schäme mich dessen auch nicht. Denn ich nutze dafür nur das Gesetz. Aber ich nutze es äußerst penibel. Und deshalb bin ich so erfolgreich.

Die Geschichte

Ich war für Wirtschaftsstrafsachen eingeteilt.

Im Referendariat habe ich schnell gemerkt, dass die richterliche Tätigkeit oder die Tätigkeit in einer Behörde nichts für mich ist.

Ich kann mich an die Zeit erinnern, als ich meine Ausbildung bei der Staatsanwaltschaft begonnen hatte. Ich war bei einem großartigen Staatsanwalt, bei dem ich viel gelernt habe. Einem alten Hasen. Ich war für Wirtschaftsstrafsachen eingeteilt. Das heißt, Insolvenzverschleppungen, Untreue, Sozialbeiträgebetrug, Betrug etc.

Bei der Staatsanwaltschaft habe ich gemerkt, dass der Strafprozess wirklich interessant ist. Interessanterweise muss man wissen, dass mich im Studium Strafrecht nicht sehr interessiert hat.

 

Der absolute Wendepunkt meiner jetzigen Tätigkeit lag in meiner ersten strafrechtlichen Verhandlung.

Als es für die praktische Ausbildung ins Referendariat ging, kann ich mich zu Beginn der strafrechtlichen Ausbildung noch dran erinnern, dass der Ausbildungsleiter fragte, wer eine Affektion für das Strafrecht hat.

Dazu muss man wissen, dass Strafrecht im Studium ziemlich populär ist. Deshalb haben sehr viele Studenten in diesem Bereich ihren Schwerpunkt. Die Frage war daher berechtigt und es hat sich auch gezeigt, dass einige aus der Ausbildungsgruppe im Strafrecht ihren Schwerpunkt hatten. Ich hatte ihn natürlich nicht im Strafrecht. Sollte klar sein.*lach*. Ich sagte gegenüber dem Ausbildungsleiter, dass er nicht viel von mir erwarten solle. Es sei eben nicht meine Sache. So bin ich in diese Ausbildung gestartet.

Der absolute Wendepunkt meiner jetzigen Tätigkeit lag in meiner ersten strafrechtlichen Verhandlung. Damals als Vertreter der Staatsanwaltschaft. Ich war unfassbar aufgeregt. Ich habe mich Tage zuvor vorbereitet. Aber ich war immer noch vollkommen aufgeregt. Ich habe es mir wohl nicht anmerken lassen, so dass ich die Verhandlung gut überstanden hatte. Aus irgendeinem Grund hat sich das herumgesprochen und ich bekam immer mehr die Möglichkeit, mehr Sitzungen zu übernehmen. Damit konnte ich deutlich meine Praxis steigern.

 

Sie brauchen Empathie. Menschenkenntnis und Fingerspitzengefühl. Das lernen Sie nicht an der Uni.

Diese Sitzungen haben mir gezeigt, dass Strafrecht in der Praxis und in der Theorie sehr unterschiedlich sind. In der Praxis braucht es viel mehr als bloße Theorie. Sie brauchen Empathie. Menschenkenntnis und Fingerspitzengefühl. Das lernen Sie nicht an der Uni.

Meines Erachtens werden Sie in diesem Job erfolgreich, wenn Sie Ihre zwischenmenschlichen Softskills in der Praxis anpassen können. Sie brauchen unglaubliches Fingerspitzengefühl. Das hat nicht jeder. Deshalb gibt es in diesem Job auch solche Ausnahmetalente. Diese vereinen meines Erachtens die perfekte Mischung aus Theorie und zwischenmenschlichen Softskills.

Ich kann mich noch daran erinnern, als die Ausbilder zu Beginn bei der Staatsanwaltschaft „verteilt“ wurden. Wir saßen an einem großen Tisch in der Staatsanwaltschaft. Die damalige Leiterin der Staatsanwaltschaft hat die Referendare den Staatsanwälten und Staatsanwältinnen zugewiesen. Als ich dran war, sagte die Leiterin: „Ich hoffe sie arbeiten gerne lange und bis abends“. Alle am Tisch haben angefangen zu lachen. Am Ende war dieser Mann für mich ein Glücksgriff. Denn schon damals habe ich gerne gearbeitet. Ich habe noch nie auf die Uhr geguckt. Für mich ist „Feierabend“, wenn die Akten bearbeitet sind. Das hat nichts mit einer Uhrzeit zu tun.

 

Ein schwerer Fehler. Ein Anfängerfehler, der mir nicht mehr passieren durfte.

Ich habe durch meinen Ausbilder vieles, insbesondere im Bezug zum Wirtschaftsstrafrecht gelernt. Aber noch viel mehr wurde mir Detailversessenheit und Detailliebe beigebracht. Mein Ausbilder hat mir sehr schnell die Verjährung beigebracht.

Am Ende meiner Ausbildungszeit bei ihm *lach* sollte ich in einer Akte die Verjährung berechnen. Ich habe sie falsch berechnet. Ich habe eine Kleinigkeit, ein handschriftliches Detail auf der Rückseite einer Seite übersehen. Dabei muss man wissen, dass eine Akte einer Wirtschaftsstrafsache gerne mehrere hundert Seiten umfasst. Ich habe das Detail einfach überblättert. Ein schwerer Fehler. Ein Anfängerfehler, der mir nicht mehr passieren durfte.

Als ich die Verjährung falsch berechnet und somit zum falschen Ergebnis kam, war mein damaliger Ausbilder wirklich sauer auf mich. Und damit meine ich, wirklich sauer. Das war ein absoluter Anfängerfehler, der nicht mehr passieren durfte.

Seit diesem Tag habe ich die Verjährung so in mich hineingeprügelt, dass ich sie lieben gelernt habe. Ich wollte mir nie wieder die Blöße geben. Heute hilft mir das ungemein. Ich kann heute eine Akte nur noch durchblättern und weiß sofort, wann die Verjährung eintritt.

 

Im Nachhinein weiß ich nicht, ob das Schicksal war.

Aber nach meiner Zeit bei der Staatsanwaltschaft hatte ich das nächste Mal in meiner Ausbildungszeit beim Rechtsanwalt mit dem Strafrecht zu tun. Das war nicht geplant. Es war eher zufällig. Aber ab diesem Zeitpunkt war meine Flamme dafür endgültig am lodern. Denn jetzt konnte ich meine neue Liebe für das Strafrecht mit der Tätigkeit als Rechtsanwalt verbinden. Denn wie ich schon sagte. Die Tätigkeit als Richter oder als Staatsanwalt in einer Behörde hätte mich nicht befriedigt. Ich bin in meinem Herzen 100% Anwalt.

In meiner Ausbildungszeit beim Rechtsanwalt habe ich so viel über das Handwerk des Anwalts gelernt, dass ich heute meinem Ausbilder noch unglaublich dankbar dafür bin. Ich wurde innerhalb von kurzer Zeit auf ein Level gebracht, welches ich selber wahrscheinlich erst nach 10 Jahren Tätigkeit erreicht hätte.

 

Die Werte

Jedoch gab es auch Phasen der Tätigkeit, in denen ich auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wurde.

Als ich zu Beginn meiner Selbstständigkeit die Kanzlei gegründet hab, war ich sehr blauäugig. Ich wollte den Beruf gänzlich auf den Kopf zu stellen. Ich dachte zu mir: „Du machst alles anders.“ Und ich muss sagen, dass ist mir zum Teil gelungen. Dabei ist es mir gelungen, die Gedanken und Ideen aus meinem Kopf in die Wirklichkeit werden zu lassen. In meinem Kopf herrscht ein Konzept einer Kanzlei, wie sie meines Erachtens heute zu führen und für den Mandanten zu erleben ist.

Jedoch gab es auch Phasen der Tätigkeit, in denen ich auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wurde. Das muss ich ehrlich zugeben. Es läuft im echten Geschäftsleben nicht alles so, wie man es sich wünscht und vorstellt.

Nur wenn sie 100% wissen, welche Voraussetzungen notwendig sind, um das Ziel zu erreichen, dann können Sie das Mandat auch zum Erfolg führen.

Von meinen Ausbildern habe ich gelernt, dass es kein „großes Hexenwerk“ ist, ein Mandat zum Erfolg zu führen. Denn der Beruf ist im Endeffekt wie in Handwerk. Sie haben keine Handwerkszeuge, die sie wirklich in die Hand nehmen. Sondern sie haben Gesetze und Worte. Richtig angewandt führen diese zum Erfolg.

Wenn es einen Wert gibt, auf den ich mich heute beschränken müsste, dann wäre es die pedantische Anwendung der Gesetze und der Vorschriften. Damit kommen Sie immer zu ihrem Ziel. Mir fällt es immer mehr auf, dass zum Teil schwammig gearbeitet wird. Nur wenn sie 100% wissen, welche Voraussetzungen notwendig sind, um das Ziel zu erreichen, dann können Sie das Mandat auch zum Erfolg führen. Alles andere ist meines Erachtens vergeudete Lebenszeit.

Ich persönlich habe in der Kanzlei Systeme implementiert, die sicherstellen, dass nichts vergessen werden kann. Mit diesem System kann ich Erfolg im Mandat erzwingen. Und das ist es, was es meines Erachtens ausmacht, wenn Sie ein Mandat erfolgreich zu Ende bringen wollen.

Die Vision

Ich bin mir bewusst, dass klingt völlig selbst- und eigennützig.

Die Frage nach der Vision ist eine große Frage. Wenn ich genau darüber nachdenke, habe ich viele kleine Visionen. Wenn ich auf eine Vision reduzieren müsste, wäre es, so viele Menschen wie möglich darüber zu informieren, was die Kanzlei für diese Menschen tun kann.

Ich bin mir bewusst, dass klingt völlig selbst- und eigennützig. Je mehr ich die Dienstleistung an den Mann oder Frau bringe, umso mehr Umsatz wird generiert. Und ja, natürlich möchte ich dieses Unternehmen groß machen. Alles andere ist meines Erachtens vergeudete Zeit. Ich mache diesen Beruf nicht, um der nächste Anwalt an der Ecke zu sein. Oder mit anderen Anwälten in einer Bürogemeinschaft zu sitzen. Das bin ich nicht. Das macht meine Persönlichkeit nicht aus. Entweder ich mach es richtig und gigantisch, oder ich lass es sein. Also gibt es bei mir nur die Möglichkeit, dass es groß wird. Und selbstverständlich macht sich das auch in barer Münze bemerkbar.

 

Ich bin Erfolg getrieben.

Aber das ist nicht das Ziel und das meine ich wirklich ernst. Ich habe mir oft und lange überlegt, wie es wäre, wenn das Unternehmen eine Summe X an Umsätzen generieren würde. Ich hab mich wirklich intensiv mit diesem Gedanken auseinandergesetzt. Denn ich konnte nur dann Klarheit im Kopf bekommen, wenn ich mir über mein „Warum“ bewusst bin. Als ich mich intensiv -und das hat wochenlang angedauert- mit dem Gedanken auseinandergesetzt hatte, hat sich in mir nichts verändert. Es hat mich nicht glücklich gemacht. Es war keine Befriedigung da.

Dabei habe ich sehr viel über mich gelernt. Ich habe verstanden, dass ich nicht Geld getrieben bin. Ich bin Erfolg getrieben. Das ist etwas anderes.

Die Vision ist es, so vielen Menschen wie nur möglich mitzuteilen, was diese Kanzlei, was dieses zukünftige Unternehmen für diese Menschen tun kann.

 

Am Ende dreht es sich immer nur um eine gewisse Form des Glücks.

Denn diese Unternehmen kann mit seiner Dienstleistung Glück verbreiten. Weil Glück ist es, nach einem Unfall nicht auf Kosten sitzen zu bleiben. Glück ist es, Arbeit abgenommen zu bekommen. Fragen beantwortet zu bekommen. Hilfestellung zu erhalten. Geld und vielleicht noch extra Geld ausbezahlt zu bekommen. Das ist es, dass diesen Unfall erträglich werden lässt. Und wenn wir es schaffen, die Unfallfolgen für unsere Mandanten erträglich werden zu lassen, haben wir es geschafft, unsere Mandanten etwas glücklicher zu machen.

Und wenn ich es schaffe, Mandanten ihren Führerschein zu retten, dann spüren unsere Mandanten Erleichterung. Und Erleichterung ist nichts anderes, als sich glücklicher fühlen. Am Ende dreht es sich immer nur um eine gewisse Form des Glücks.

 

Das ist die Vision, so vielen Menschen wie möglich mitzuteilen, was dieses Unternehmen und diese Kanzlei für diese Menschen tun kann, um ihr Leben und ihre Situation glücklicher zu machen .
Rechtsanwalt Benjamin Frank

Rechtsanwalt Benjamin Frank